Abb.: Organigramm der OIKOPOLIS-Gruppe

Die landwirtschaftliche Genossenschaft BIOG, der Bio-Großhandel BIOGROS und die Bio-Laden-Kette NATURATA bilden die Kernbetriebe der OIKOPOLIS-Gruppe. Neben ihnen wurden im Laufe der Zeit weitere Gesellschaften ins Leben gerufen. Im Dezember 2005 wurde die Gesamtstruktur der Gruppe neu geordnet:

Die OIKOPOLIS sàrl ist neben der BIOG und den privaten Anteilseignern Hauptaktionärin (Keyshareholder) der OIKOPOLIS Participations SA. GesellschafterInnen der OIKOPOLIS sàrl sind 24 Personen, die ab 1997 auf Initiative der BIOG das Bauprojekt OIKOPOLIS in Angriff nahmen und umsetzten. Zu ihnen gehören neben einigen Produzenten auch aktive MitarbeiterInnen bzw. VerantwortungsträgerInnen der Kernbetriebe BIOG, BIOGROS und NATURATA sowie einige sehr engagierte KonsumentInnen und andere Förderer der biologischen Landwirtschaft.

Ausgangspunkt allen Engagements war dabei die Beobachtung, dass die freie Marktwirtschaft über Globalisierung und Industrialisierung der Agrikultur die traditionelle Landwirtschaft weltweit zerstört. Ein ruinöser Preisdruck auf die Erzeuger führt dazu, dass immer mehr Landwirte ihre Betriebe aufgeben müssen. Selbst staatliche Subventionen können diese Entwicklung allenfalls bremsen.

Sogar in der schnell wachsenden biologischen Landwirtschaft bleiben diese Marktmechanismen spürbar. Wenn auch in abgeschwächter Form, gelten hier ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie im konventionellen Bereich. Daher gab es seit Beginn des Biolandbaus das Bestreben, die Wirtschaft insgesamt neu zu greifen. Rudolf Steiner, der Begründer der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, argumentierte schon in den 1920er Jahren, die Einseitigkeit des freien Marktes sei nur zu neutralisieren durch eine kooperative Zusammenarbeit aller Akteure der Wertschöpfungskette, d.h. aus Produktion, Handel und Konsumtion. Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer „Dreigliederung“ des Sozialorganismus formulierte er seinerzeit die Idee des „Assoziativen Wirtschaftens“.

Der Assoziationsgedanke war und ist für die Biovermarktungsinitiativen in Luxemburg von Anfang an prägend. Wie die (genossenschaftliche) Zusammenarbeit der Bauern untereinander wurde er zum Motor einer positiven Entwicklung, die danach trachtet, das Schlagwort „biologisch“ mit dem Grundsatz der Fairness zu verbinden. Weil dadurch soziale Erwägungen immer mitspielen, gilt bei uns in jeder Hinsicht das Motto: „Bio – Gut für Mensch und Natur“.

Heute repräsentiert die OIKOPOLIS sàrl in einem gewissen Sinne die MitarbeiterInnen der OIKOPOLIS-Unternehmen. Zudem ist sie Eigentümerin der BIOG-Marke, die sowohl von der BIOG-Genossenschaft für regionale Produkte als auch von BIOGROS für importierte Produkte genutzt wird. OIKOPOLIS sàrl hat diese Marke EU-weit geschützt.


Die OEKimmO SA wurde Ende 1997 als Immobiliengesellschaft gegründet. Sie hat das Grundstück in Münsbach erworben und wurde Bauträgerin der beiden dort errichteten OIKOPOLIS-Gebäude. Heute vermietet sie die Räumlichkeiten des OIKOPOLIS-Zentrums an die verschiedenen dort ansässigen Unternehmen und Dienstleister. Innerhalb der OIKOPOLIS-Gruppe bietet die OEKimmO SA zudem eine Reihe zentraler Dienste aus den Bereichen Administration und Kommunikation an, die den Schwesterbetrieben jeweils verrechnet werden.

Seinerzeit wurde für diese Firma die Rechtsform einer Aktiengesellschaft gewählt, um über eine erste öffentliche Zeichnung Kapital für das anstehende Bauprojekt zu beschaffen.


Die OIKOPOLIS Participations SA wurde Ende 2005 im Rahmen der Umstrukturierung der Gruppe als Holdinggesellschaft gegründet. Ziel war es, für alle involvierten Betriebe ein gemeinsames Instrument zur Kapitalbeschaffung zu haben. Eine erste Aktivität dieser Gesellschaft war die im Mai 2006 durchgeführte „Öffentliche Zeichnung von Kapital“ für die Finanzierung des zweiten OIKOPOLIS-Gebäudes.

Das oben dargestellte Organigramm zeigt, dass die Eigentumsverhältnisse im Aktionariat von OIKOPOLIS Participations und damit der gesamten Gruppe so geregelt sind, dass alle Beteiligten der Wertschöpfungskette als Eigentümer auftreten – von den Landwirten über die Genossenschaft, die verantwortlichen MitarbeiterInnen und andere Initiativkräfte über OIKOPOLIS sàrl bis zu den VerbraucherInnen.

Die beiden Keyshareholder BIOG und OIKOPOLIS sàrl halten dabei 44,33% der bestimmenden Aktien von OIKOPOLIS Participations SA. Dies bedeutet, dass einzelne Genossenschaftsmitglieder oder GesellschafterInnen keine persönlichen Mehrwertansprüche stellen können, und trägt somit zur Stabilität der Beteiligungsgesellschaft bei.

Mehr Info:

Die OIKOPOLIS-Strukturbroschüre gibt einen guten Überblick über "Die Bio-Vermarktungsinitiativen der OIKOPOLIS-Gruppe: BIOG, NATURATA, BIOGROS & Co: Gruppenstruktur und Betriebsporträts" (Stand: Jan. 2016)